kinofilme von erich schmid

Nächste Vorführungen

Meier 19Mürren BE Kultur Hotel Regina 10. Februar 2018, tba
Staatenlos – Klaus …Luzern Neubad, DJS LU + Kritische JuristInnen (mit K.R.+E.S:) 27. Februar 2018, tba
Staatenlos – Klaus …Tel Aviv ILFestival EPOS, Tel Aviv Museum of Art ab 14. März 2018
Meier 19Basel Neues Kino Basel (in Anwesenheit von Erich Schmid) 22. März 2018
Staatenlos – Klaus …Zürich 1. Mai, Kasernenareal mit Klaus Rózsa und Erich Schmid 30. April 2018, tba

 

neu: «Staatenlos - Klaus Rózsa, Fotograf»

Klaus Rózsa, ein bekannter, politisch engagierter Fotograf, lebte jahrzehntelang staatenlos in Zürich. Alle seine Einbürgerungsgesuche, drei an der Zahl, wurden aus politischen Gründen abgelehnt. Er behindere die Arbeit der Polizei, weil er deren übergriffe fotografiere, so heisst es in den Staatsschutzakten. Gezeichnet vom Schicksal seines jüdischen Vaters, der die Konzentrationslager von Auschwitz und Dachau überlebte, bekämpft Klaus Rózsa das Unrecht im Staat. Bei den Jugendunruhen der 80er Jahre griff er zum Megaphon und fotografierte gleichzeitig die Auseinandersetzungen auf der Strasse. Später kämpfte er für die Medienfreiheit in der Schweiz und wurde trotz seiner Stellung als Gewerkschaftspräsident und Mitglied des Presserats so oft von der Polizei schikaniert, misshandelt und zusammengeschlagen, dass er 2008 nach Budapest auswanderte. Von dort war er 1956 zweijährig mit den Eltern und seiner Schwester Olga in die Schweiz geflüchtet. Doch in Ungarn wurden derweil Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus salonfähig. Dagegen demonstriert Klaus erneut und tritt in Budapest an der Seite von Bundeskanzler Gerhard Schröder auf. Schulklassen aus der Schweiz erklärt er, wer Carl Lutz gewesen war, der lange Zeit verfemte Schweizer Konsul, der im Zweiten Weltkrieg 60 000 ungarischen Juden das Leben gerettet hatte. Am Budapester Denkmal für ihn trifft Klaus dessen Tochter Agnes Hirschi, die sich seit Jahren für die Ehre und das Andenken ihres Vaters einsetzt.

kinopremiere:
mittwoch, 5. april 2017
ab 20h im kino le paris zürich

in anwesenheit von erich schmid und klaus rózsa

> staatenlos - ein film von erich schmid

 

«max bill - das absolute augenmass»

Max Bill (1908-1994), Schweizer Künstler und Bauhaus-Student besass etwas wie das absolute Augenmass, vergleichbar mit dem absoluten Musikgehör. politisch war sein Leben nicht ganz harmlos: mehr als ein halbes Jahrhundert stand er unter Beobachtung des schweizerischen Staatsschutzes. Er war ein Antifaschist der ersten Stunde und übernahm mit seinem avantgardistischen werk verantwortung für unsere umwelt und unser soziales umfeld.
sechs Jahre arbeitete Erich Schmid an diesem Dokumentarfilm, der sich im Spannungsfeld von Kunst, Ästhetik und Politik bewegt. Er richtet sich an alle, die Max Bills Lebenswerk im Kontext seiner Biografie verstehen wollen.

filmvorführung:
mittwoch, 22. märz 2017, 18.30 h
Kino Zazie in Halle / Saale DE

> max bill film von erich schmid
> filmtrailer und weitere videos auf unserem youtube-kanal

 
theodore mann neuerwerbung der max bill georges vantongerloo stiftung
 

neuerwerbung – théodore mann

théodore mann (geboren in lyon 8.2.1985), titel «paysage incertain» (2016), auf karton, technique mixte, h: 20 x b: 26 cm, angekauft für die max bill georges vantongerloo stiftung.

 
kulturtage im haus bill
 

erfolgreiche kulturtage im haus bill

die ausstellung «konkreter faktor» mit den ungarischen künstlern andrás wolksy, barna benedek und levente bálványos. im katalogtext berichtet angela thomas über beziehungen von max bill zu kulturschaffenden aus ungarn. ferner darüber, wie es zur auswahl der drei im haus bill ausgestellten konkreten künstler aus budapest kam.

reaktion von der konkreten ungarischen künstlerin dóra maurer, als sie den katalog erhalten hatte:
«liebe Angela, Barna brachte uns Deine Gabe, eine schöne Serigrafie von Max Bill, lieben Dank dafür! Exemplare des sehr gut gelungenen Katalogs haben uns die Jungs auch gebracht und viel erzählt. Judit Nemes und ihr Mann haben Schnappschüsse vom Haus und Ausstellung geschickt und ich habe schon ziemlich viel und mit Genuss in Deinem Katalogtext gelesen. Als Buch oder Katalog ist dieses Druckwerk ganz eigenartig, sehr Informationsreich, sehr persönlich, mit Liebe, viel Geduld und Können zusammangestellt. Man liest darin Dinge von die man noch nicht gehört hat, oder aus einer anderen, näheren Sicht beleuchtet, detalliert werden. Wir gratulieren Euch allen von Herzen, die an der Arbeit Teil genommen habt.
Tibor und ich wünschen Dir weitere so wohlgelungene Projekte und grüsse Dich und Deinen Mann herzlich.»


reaktion von maya homburger nach dem besuch im haus bill:
«das war einfach überwältigend, dass wir so wunderbar verwöhnt wurden heute bei Euch. TAUSEND DANK !
Angela - ich kann es kaum glauben, dass Du so viel Zeit erübrigen konntest und wir das Privileg hatten, von Dir herumgeführt zu werden und diese ausserordentliche Ausstellung im besten Licht und nur mit Dir zusammen zu geniessen. Was für ein Geschenk.
Wir sind beide sehr berührt von allem. Und auch davon, wie die Bilder so PERFEKT in das Haus Bill passen. Dies zeigt wieder einmal , wie einmalig die Architektur ist und wie alles von so hoher Qualität eben zusammengehört und voneinander lebt.
Ich freue mich sehr, WENN und FALLS Barry dazukommen wird, ein Stück zu komponieren für unser Trio mit Lucas oder das Duo (das müssen wir uns noch überlegen) mit dem Titel «andeutende Dynamik».»


29. oktober bis 15. dezember 2016

 
zum 20. Todesjahr von Max Bill
 

20. todesjahr von max bill

wdr zeitzeichen

Letzter Universalgelehrter, wichtigster Designlehrer des 20. Jahrhunderts: Es sind Superlative, die bemüht werden, wenn von der Bedeutung Max Bills die Rede ist. Der gelernte Silberschmied studierte zunächst am Bauhaus, bei Größen wie Josef Albers, Paul Klee und Oskar Schlemmer. Er arbeitete als Architekt, später als Bildhauer und Designer. Autor: Jörg Biesler © WDR 2014

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slanted magazine mit angela thomas

1974 lernt Dr. Phil. Angela Thomas Max Bill kennen und wird in den folgenden zwanzig Jahren seine Lebenspartnerin und im Jahr 1991 dessen zweite und letzte Ehefrau. Sie begleitet ihn auf zahlreichen Reisen und widmet ihre Arbeit als Kunsthistorikerin, Ausstellungskuratorin und Autorin über Bills Tod hinaus seinem Schaffen. Heute lebt sie mit ihrem Ehemann Erich Schmid im Haus Bill in Zumikon, wo Julia Kahl und Lars Harmsen sie während der Tour de Suisse im Februar 2014 als Zeitzeugin besuchen konnten.
Hintergrund: Für das Slanted Magazin #23 – Swiss Issue hat sich die Slanted Redaktion zwei Wochen auf eine "Tour de Suisse" begeben und mit einigen der innovativsten und interessantesten Designerpersönlichkeiten der Schweiz zwischen Tradition, Transgression und Progressivität gesprochen. Die dabei entstandenen Fotos und Interviews in Text- und Videoform mit 23 Gestalterinnen und Gestaltern bzw. Studios geben Einblick in das zeitgenössische Designschaffen in der Schweiz und werfen einen Blick hinter die Kulissen.
Tour de Suisse: Eric Andersen, Ludovic Balland, (Max Bill) Angela Thomas, Jacques Borel, Bringolf Irion Vögeli, Büro Destruct, Claudiabasel, Heyday, Hi, Hochparterre, Jost Hochuli, Matthias Hofmann, IDPURE, Komet, Matrix, Norm, Feixen, François Rappo, Rawcut, Aurèle Sack, Niklaus Troxler, Von B und C, Wolfgang Weingart
Herausgeber, Design und Redaktion: MAGMA Brand Design, Veröffentlichung: 6. Mai 2014 Format: 16 × 24 cm, Umfang: 336 Seiten, Sprache: Englisch, Deutsch, Preis: DE: 18 Euro / Andere: 21 Euro

> slanted magazin #23 – swiss issue
> slanted magazine interview mit angela thomas auf vimeo
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mit subversivem glanz

wdr-radiobeitrag von rené spitz zum ersten band der von angela thomas geschriebenen max bill biografie. ausgestrahlt im radio wdr, mit fotos von angela thomas und max bill visuell unterlegt.

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solarstromanlage auf den dächern des haus bill in zumikon
 

solarstromanlage

die stiftung lebt nach dem prinzip der nachhaltigkeit und erhaltung der umwelt und liess nach der erdwärmepumpe eine solarstromanlage auf den dächern des haus bill in zumikon montieren. die anlage wurde im juli 2013 in betrieb genommen.

 
pavillon skulptur von max bill pavillon skulptur von max bill an der zürcher bahnhofstrasse proteste begleiteten die pavillonskulptur in der 80er jahren
 

renovierte pavillonskulptur

gegenteil eines labyrinths - von erich schmid

Beispiel Bahnhofstrasse in Zürich, vielleicht das teuerste Pflaster der Welt, auf dem Bill eine Skulptur errichtete, von der die Menschen, ohne einen Cent dafür zu bezahlen, Besitz ergreifen können, finanziert von der Grossbank UBS, auf Bills Wunsch hin geschenkt der Stadt Zürich, eine begehbare Archi-Skulptur als ästhetisches Verbindungsstück zwischen der mittelalterlich-kleinräumigen Altstadt und der gegenüberliegenden Verwaltungsarchitektur der Jahrhundertwende, ein Knoten im Raum, wie Bill ihn nannte, oder das Gegenteil von einem Labyrinth, etwas gegen die Konfusion, in der wir heute leben oder gegen den überbordenden Individualismus, ein kostenloser Treffpunkt inmitten einer Konsummeile, wo der Luxus, an dem alle teilhaben können, darin besteht, dass die Skulptur mit ihren polierten Granitquadern das Umfeld visuell zum Vibrieren bringt, ausgerichtet nach der Lichtdurchlässigkeit der Jahreszeiten und der Nächte, wo es 18 Tore hat und man sich die Wege frei wählen kann, das Gegenteil also von Verklärung, Verlockung und Verführung (deren Mittel sich die dunklen Mächte bedienten, vom Cäsaropapismus bis Faschismus) – Max Bills Pavillon-Skulptur mit ihrer gestalterischen Klarheit als demokratisches Manifest der Transparenz.
Dass man den demokratischen Ausdruck in Bills Werken nicht gleich sieht, liegt wohl daran, dass diese nicht figurativ sind und keinen literarischen Ausdruck haben, denn sie entstammen einer Idee. – Aber was war die Idee von Max Bill?
Sie liegt wohl im Subtext seiner eigenen Aussagen verborgen: der Knoten im Raum, das Gegenteil eines Labyrinths, der überbordende Individualismus, die Konfusion, in der wir heute leben, und dass man die Wege frei wählen kann. Zwei Lösungswörter dieser Attribute treten erst hervor, wenn man sich genauer mit der Skulptur auseinandersetzt und realisiert, dass sie aus lauter gleichen Elementen besteht – die Gleicheit und die Freiheit als zentrale Begriffe, die das Zusammenleben jeder Gesellschaft bestimmen, ob wir wollen oder nicht. Die gleichen Elemente setzte Bill der Bewegungs-Freiheit in der Skulptur gegenüber – und gleichzeitig schaffte er Transparenz. Dieser gestalterische Ausdruck fordert uns auf, die zwischen Gleichheit und Freiheit unweigerlich bestehenden Spannungen transparent zu regeln, indem man eine politisch-demokratische Lösung findet im Zusammenhang mit der Tatsache, dass zu viel Freiheit es den Stärkeren ermöglicht, die Schwächeren zu unterdrücken – und dass zu viel Gleichheit Eintönigkeit und Langeweile produziert. Wäre eine sprachliche Aussage zu der von Bill gewählten Problemstellung möglich gewesen, dann hätte er die Lösung in der Sprache gesucht. Im Gegensatz zu sprachlichen Antworten erfordert jedoch die nicht-figurative, konkrete Kunst, eine Anstrengung auf bildsprachlicher Ebene. Wenn man die Werke einfach betrachtet, ohne darin Antworten auf das Leben zu suchen, können sie einem gefallen oder nicht. Im letzteren Fall führt dies oft zu Bemerkungen wie: «Das könnte ich doch auch!», da ein Werk auf den ersten Blick einfach und reduktiv aussehen kann. Diese Rezeption vernachlässigt, dass die konkrete Kunst im besonderen Masse gerade (auch) das ausmacht, was man nicht gleich sieht: die Problemstellung, die dahinter steht, die Metapher, den Ausdruck von Erkenntnissen (die vielleicht noch nicht eingelöst sind), den gestalterischen Ausdruck eines zeitlosen, klassischen Zustands. Übertragen auf die heutige Zeit, könnte dies bedeuten: Je mehr wir uns dem geschichtlichen Wendepunkt und der globalen Umweltkrise nähern, welche die postmoderne Üppigkeit und die individuelle Beliebigkeit verursachen, desto deutlicher treten jene Lösungsansätze hervor, die Max Bill (und einige der Konkreten) politisch propagiert und in eine ästhetische Form gebracht hatten. Sie führten zumeist übrigens in die Reduktion.